40. JAHRGANG NR. 456 OKTOBER 2026 Seite 20 FESTIVAL OF LIGHTS LICHTSHOW
Schauspiel Seit dem 18.09.2026 Großes Haus DIeseS Stück Geht ScHieF Staatstheater Braunschweig gefördert von
Ihr Lieben, der Herbst ist da und mit ihm die Zeit für lange Abende, Kino, Kultur und natürlich ein bisschen gepflegten Grusel. Kurz gesagt: Es wird bunt, dunkel und ziemlich spannend in Braunschweig. Film spielt in diesem Monat eine große Rolle. Das Braunschweig International Film Festival feiert sein 40. Jubiläum und bringt wieder jede Menge Filmkunst, neue Entdeckungen und internationale Gäste in die Stadt. Außerdem sprechen wir mit Regisseur Aron Lehmann über die Bestseller-Verfilmung „Lügen über meine Mutter“ und fragen uns, warum wir eigentlich den Herbst so lieben. Und dann wird es richtig hell: Vom 28. Oktober bis zum 1. November feiert das Festival of Lights seine Premiere in Braunschweig. Fünf Abende lang werden bekannte Gebäude und Plätze der Innenstadt mit Lichtinstallationen und Projektionen in Szene gesetzt. Braunschweig bekommt also für ein paar Tage eine ganz neue Bühne. Aber natürlich haben wir noch viel mehr für euch. Wir schauen auf UNSOULICITED, RED RUNNING RIVER und JPEN, entdecken neue kreative Perspektiven und beschäftigen uns mit Geschichten, Menschen und Ideen aus der Region. Ihr seht schon: Der Oktober kann einiges. Also macht es euch gemütlich, geht ins Kino, zieht euch warm an, schaut euch die Stadt mal bei Nacht an und wenn es zwischendurch irgendwo verdächtig knarrt, war es bestimmt nur der Wind. Oder? Macht es euch schön! Euer SUBWAY-Team NR. 456 OKTOBER 2026 Editorial Inhalt Herausgeber und Verlag Oeding Magazin GmbH Erzberg 45 | 38126 Braunschweig Telefon (05 31) 4 80 15-0 Telefax (05 31) 4 80 15-79 www.oeding-magazin.de www.subway.de Redaktion Ivonne Jeetze, Tim Laucke, Dieter Oßwald, Jaquelin Ohk, Eileen Schlätel, Lina Tauscher, Lars Wilhelm redaktion@oeding.de Gestaltung Ivonne Jeetze, Lars Wilhelm Titelbild FBO / Thomas Dhanens Kundenberatung Oeding Magazin GmbH Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2023 www.subway.de (Mediadaten) Rosalie Schlichtmann (05 31) 4 80 15-172 Stefanie Reese (05 31) 4 80 15-171 Druck Oeding Print GmbH Erzberg 45 | 38126 Braunschweig Redaktionsschluss ist jeweils der 10. des Vormonats. Keine Haftung für unverlangt eingesandte Fotos, Manuskripte, Zeichnungen etc. Honorare für Veranstaltungs-Fotos sind vom jeweiligen Veranstalter zu tragen! Alle Terminangaben ohne Gewähr! Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder – nicht aber unbedingt die der Redaktion bzw. des Verlages. Der Rechtsweg ist bei Verlosungen/Preisausschreiben grundsätzlich ausgeschlossen. Die Verlosungen sind auf der Subway-Instagramseite ab 5. des Monats zu finden: subway_magazin Keine Haftung für weiterführende Links und QR-Codes. Nachdruck aller Beiträge (auch auszugsweise) nur mit Genehmigung der Oeding Magazin GmbH. Vom Verlag gestaltete Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt. Eine anderweitige Verwendung ist nur mit Genehmigung möglich. Verteilung newcitymedia Hintern Brüdern 23 38100 Braunschweig Telefon (05 31) 39 00 702 Telefax (05 31) 39 00 805 www.newcitymedia.de S ist eine eingetragene Marke der oeding magazin GmbH. Besuchen Sie uns im Internet, Mediadaten für alle Produkte unter www.oeding-magazin.de Es gelten unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen unter www.oeding-magazin.de/agbs. Weitere Publikationen sind Eintracht Magazin hin&weg Meine Immobilie www.subway.de KLANGFARBEN 6 Zwischen Symphonic Metal und Zirkuszelt Unsoulicited im Interview 8 Sprechstunde mit JPEN 10 Apokalypse mit Heimvorteil Red Running River im Schön & Frölich 14 Neue Alben LEBEN UND RAUM 16 Celebrating Cinema 40. Ausgabe BIFF 18 Gerade noch mal schiefgegangen Staatstheater Braunschweig inszeniert »Dieses Stück geht schief« 20 Löwenstadt leuchtet FESTIVAL OF LIGHTS verzaubert Braunschweig 22 Hobbys-Reihe: Zwischen Himmel und Erde Was Highlinen mit uns macht 24 Kerzen, Kürbisse und Kuscheldecken Warum lieben wir den Herbst? 25 Neue Spiele (analog) FILMWELT 26 „Lügen über meine Mutter“ Aron Lehmann im Gespräch mit Dieter Oßwald 28 Kinotipps Whalefall Verity - Dunkle Geheimnisse Die Blutgräfin By Any Means A Quiet House 30 Sein Wunsch, ihr Albtraum Wie „Obsession“ die unangenehme Frage stellt, wer hier eigentlich das Monster ist. 31 Neue Streams POP & KULTUR 32 Die neunte Kunst Neue Comics & Graphic Novels 34 Vertraut auf eure Stadt Gesicht und Events hinter TrustMe.bs 35 Mehr als nur Studieren Projekt Sandkasten an der TU Braunschweig 36 Ein Mörderisches Quartett Wer sind die Autor*Innen dahinter? 38 Was machst du, wenn... Ken Oppermann über seinen Debüt-Roman 39 Neue Bücher MISC 3 Impressum 4 Kurz & Knapp 40 Tagestipps 42 Die nackte Wahrheit: Margret Porwoll 3
KURZ & KNAPP 4 Fotos Pixel Shot, Duncan Andison, pressmaster-stock.adobe.com HALLOWEEN PUNCH Zutaten 1 Liter Orangensaft 500 ml Cranberry- oder Kirschsaft (für die rote Blutfarbe) 500 ml Ginger Ale oder Zitronenlimonade 1 Bio-Orange (in Scheiben geschnitten) Optional für Erwachsene: Ein Schuss Wodka oder Rum Gruseldeko Zubereitung Eishand vorbereiten: Den Gummihandschuh mit Wasser füllen, gut verschließen und im Gefrierfach komplett gefrieren lassen. Saft mischen: Orangensaft, Cranberrysaft und Ginger Ale in einer großen, sauberen Schüssel vermengen. Verfeinern: Nach Wunsch die Orangenscheiben dazugeben. Wer möchte, rührt jetzt den Alkohol unter. Servieren: Den gefrorenen Handschuh vorsichtig aufschneiden, die Eishand ablösen und mitten in den Punsch legen. Das kühlt die Bowle und sieht gruselig aus. Am Sonntag, 25. Oktober 2026, ist es wieder so weit: Die Sommerzeit endet einmal wieder. In der Nacht werden die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit bekommen wir jedoch eine Stunde geschenkt – zumindest auf der Uhr. Aber was können wir jetzt mit dieser Zeit machen? Für viele bedeutet das: Eine Stunde mehr Zeit zum Ausschlafen, ein Buch lesen unter der Kuscheldecke oder Zeit für einen gemütlichen Serienabend mit einer Tasse Tee. Auch der Sonntag darf nun etwas entspannter angegangen werden mit einem ausgedehnteren Frühstückskaffee, weil man nicht mehr das schlechte Gewissen hat, dass das schöne Wetter doch eigentlich nach draußen locken müsste ;) Im Oktober stehen gleich zwei Feiertage im Kalender. Am 3. Oktober wird der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Der bundesweite Feiertag erinnert an die Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990. In diesem Jahr fällt der 3. Oktober auf einen Samstag. Am 31. Oktober folgt der Reformationstag. Er ist in Niedersachsen ein gesetzlicher Feiertag und erinnert an den Beginn der Reformation durch Martin Luther. 2026 fällt der Reformationstag auf einen Samstag. Aber trotzdem machen wir es uns schön, denn es ist schließlich auch Halloween! :) Er wird häufig als „Erntemond“ (Harvest Moon) bezeichnet – allerdings ist das nicht automatisch jeder Oktober-Vollmond. Der Name „Erntemond“ bezieht sich traditionell auf den Vollmond, der zeitlich am nächsten zur HerbstTagundnachtgleiche liegt. 2026 ist das der Vollmond am 26. September, der in Mitteleuropa also der eigentliche Erntemond ist. Der Vollmond am 26. Oktober ist dagegen der darauffolgende Vollmond. Er fällt mitten in die typische Herbstzeit: kürzere Tage, längere Abende und – zumindest atmosphärisch – eine schöne Verbindung zu gemütlichen Lesestunden. EINE STUNDE MEHR ZEIT DER VOLLMOND IM OKTOBER 2026 2026 SUBWAY.DE
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Das ganze Interview auf subway.de KLANGFARBEN 6 2026 SUBWAY.DE ZWISCHEN SYMPHONIC METAL UND ZIRKUSZELT Manege frei für Unsoulicited! Ihr Sound: druckvoller Symphonic Metal trifft auf große Melodien, orchestrale Atmosphäre und ordentlich Emotion. Dabei haben sich Unsoulicited, seit ihrer Gründung 2021 in Braunschweig, ihren ganz eigenen Platz zwischen Metal und orchestraler Klangwelt geschaffen. Erste Demos entstanden damals noch mit Unterstützung von Freunden, bevor sich nach und nach das heutige Line-up formierte: Mit Judith Ehreke am Mikro, Sarah Leser an den Keys, Michael Maring am Schlagzeug, Sebastian Tittel an der Gitarre und Florian Maring am Bass war die Besetzung dann komplett. Nach dem Debütalbum „Reflections“ geht es jetzt direkt in die nächste Runde – und dieses Mal unter die Zirkuskuppel. „Tales from the Striped Tent“ heißt das neue Kapitel und verspricht eine musikalische Reise zwischen Glitzer, Gänsehaut und den dunklen Ecken hinter der Manege. Darum haben wir mit Unsoulicited genauer über all diese Themen gesprochen. Von den ersten Ideen im Kopf bis zur fertigen Band war es ein langer Weg. Wie hat es aber angefangen und wann habt ihr gemerkt: Okay, aus diesem Projekt kann wirklich Großes werden? Judith: Ich würde sagen, wir sind nicht mit dem Gedanken daran gegangen, dass es etwas Großes werden kann, sondern ich hatte sehr große Lust, die Songs von Flo auf die Bühne zu bringen. Ich halte sie für zu gut, als dass sie nur auf der Platte ein ruhiges Leben führten und ein Studioprojekt blieben. Hinzu kommt noch das nötige Rampensau-Gen in mir und dann habe ich den anderen quasi einen kleinen Schubs gegeben :). Erzählt dazu doch einmal kurz wie eure Freunde Adrian Hermet, Maximilian Werner, Reggie Worthy, Herbie Langhans, Matze Flohr und Romy Swiderski Einfluss auf euren Weg als Band und eure Geschichte hatten. Flo: Ganz einfach: Ohne diese großartigen Menschen gäbe es weder unser erstes Album noch unsere Band. Mit Matze habe ich schon vor vielen Jahren den allerersten Song „Girl of Mystery“ geprobt – und er war es, der bei den frühen Albumtracks die Drums eingespielt hat. Reggie hat sich bei meiner Hochzeit bereit erklärt, den Bass für die Songs aufzunehmen. Adrian hat anschließend vor allem durch sein Mixing den Sound des Debütalbums entscheidend geprägt. Maxi hat die Stücke mit seinen Gitarrensoli veredelt, und Herbie sowie Romy haben die Duette auf dem Album bereichert. Auch mein Bruder Michael hat intensiv am Album mitgearbeitet – und ist inzwischen festes Mitglied der Band. Ihr kommt aus Braunschweig – einer Stadt mit einer ziemlich aktiven Musikszene. Welche Rolle spielt eure Heimat für Unsoulicited und euren musikalischen Weg? Judith: Braunschweig hat eine tolle und vielfältige Musikszene. Es ist leicht sich mit anderen Bands, auch anderer Genres, zu verknüpfen. Zudem sind wir gut mit den Jungs von Kambrium befreundet. Maxi hat die Gitarren für unser erstes Album eingespielt, Jan hat unsere ersten Bandfotos aufgenommen, Karsten kümmert sich live um unsere Technik. Dafür sind wir sehr dankbar. Zudem habe ich auch schon mit den Jungs der Braunschweiger Doom Metalband Ascian als Gastsängerin auf der Bühne gestanden. Man ist in der Szene befreundet, man hilft sich gegenseitig und
Judith Florian Sarah Adrian Maximilian 7 supportet sich. Da merkt man keine Konkurrenz – es ist alles sehr wohlwollend. Flo: Ganz genau. Und die lokale Musikszene hat uns überhaupt erst wieder mit Sebastian zusammengebracht. Mein Bruder und ich kannten ihn von früher, hatten ihn aber aus den Augen verloren. Heute spielt er bei Bucketlist – und als wir dringend Unterstützung brauchten, hat er sich innerhalb weniger Wochen unser komplettes Programm angeeignet, um mit uns das erste Festival zu spiel. Das war eine Riesenleistung. Habt ihr das Gefühl, dass man als Metalband hier genug Aufmerksamkeit bekommt? Judith: Für eine Stadt mit unserer Größenordnung haben wir ein breites Angebot an Locations und Institutionen, die sehr viel für unsere kulturelle Szene tun. Unter anderem die KufA e.V., der Hotel666 Metalclub, das B58, der Kulturraum Jakobi bieten tolle Atmosphäre, wertvollen Austausch und wertschätzenden Umgang. Auch durch Marco Spiller und das Rock in Rautheim hat sich Braunschweig zu einer richtigen Metalhochburg etabliert. Da kann man doch als Braunschweiger richtig stolz drauf sein! Zu Euerem Debüt „Reflections“: Was macht dieses Album so besonders, dass man unbedingt reinhören sollte? Flo: Die sehr unterschiedlichen Songs. Sie sind über viele Jahre hinweg entstanden und erzählen von verschiedenen Abschnitten meiner musikalischen Reise. „Girl of Mystery“ habe ich als Teenie geschrieben – und erst nach fast 30 Jahren konnte ich ihn endlich aufnehmen. Neben solchen frühen Ideen gibt es auch tiefere, nachdenkliche Songs und eine große Spannweite an Gefühlen. Auf eurem neuen Album „Tales from the Striped Tent“ habt ihr euch etwas ganz anderes einfallen lassen, denn hier zieht sich die Zirkus-Thematik durch die Songs. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Idee? Flo: Ich habe nach einem Thema gesucht, in dem ich schöne Metaphern für all die Dinge finden konnte, die mir im Kopf herumgeistern. Der erste Song wurde dann direkt zum Namensgeber des Albums. Darin verarbeite ich meine Gedanken über Reality TV. Außerdem wollte ich uns unbedingt in Zirkusklamotten auf der Bühne sehen. Zirkus steht für Glitzer, Show und große Emotionen, aber auch für Chaos, Abgründe und die dunklen Seiten hinter der Manege. Welche dieser Facetten reizt euch musikalisch am meisten? Judith: Da ich wohl diejenige in der Band mit dem dunkelsten Metal-Musikgeschmack bin und des Öfteren gegen Flos Happy Metal wettere (er kommt klar damit haha), reizt mich der Kontrast von Glitter, Dunkelheit und Verzweiflung am meisten. Was wäre Zirkus ohne die Schatten hinter den Vorhängen, die Leere, wenn die Show vorbei ist und die Traurigkeit auf dem Gesicht des Clowns, wenn niemand hinsieht. Vielleicht spiegelt es auch unterbewusst die Menschen, die den Zirkus besuchen. Kommt und bringt uns eure Verzweiflung und euren Schmerz, wir blenden ihn gemeinsam für eine Weile aus, ehe wir alle wieder dahin zurückkehren. Vielleicht ist es eine stille Übereinkunft, ein stilles Teilen der Melancholie und das macht es für mich wunderschön. Es ist toll, dass ich mit meiner Stimme die Vielfältigkeit dessen ausdrücken darf. Das ist ein spannender Prozess für mich in stimmlicher Hinsicht. Flo: Neben dem für mich typischen Happymetal bekommt daher auch die Schattenseite des Zirkus ihren Platz auf dem Album. Dort finden sich dunklere, stimmungsvolle Texte – einige davon stammen von Judith und verleihen dem Ganzen eine besondere Tiefe. Wer von euch ist im Proberaum der größte Perfektionist – und wer sorgt dafür, dass es trotzdem nicht komplett eskaliert? Judith: Das ist wohl Flo unser Composer ;). Er könnte zudem auch immer noch weiter proben obwohl wir anderen schon total platt sind und keine Energie mehr haben. Da ist er noch bei 70% :). Zum Glück sind wir in der Mehrzahl, so dass er überstimmt werden kann. Eskalieren tut es nicht, es ist ziemlich harmonisch bei uns. Flo: Das ist es wirklich – auch, weil wir inzwischen richtig gute Freunde geworden sind und mir meine kleinen Macken im Proberaum großzügig nachgesehen werden. Zu meiner Ehrenrettung: In meinen frühen Musikerjahren wurde ich förmlich zum Perfektionismus erzogen. Schuld ist vor allem Uwe von den Del Jays. Und er weiß das. :-D Was macht ihr neben eurem Leben als Band? Was wissen eure Fans vielleicht noch nicht, aber sollten sie über euch ruhig erfahren. Judith: Neben meinem Hauptjob im Krankenhaus bin ich seit kurzem auch ganzheitlicher stimmtherapeutischer Coach und biete Stimmpräventionskurse und Online-Coachings an. Falls ihr Bedarf habt, meldet euch gerne bei mir. Flo: Wir haben alle anspruchsvolle Jobs, teilweise kleine Kinder und spielen zusätzlich in anderen Bands. Neben Familie, Beruf und Musik bleibt schlicht nicht viel Freizeit übrig – also alles ziemlich normal :-D Wo und wann können Fans und Zukünftige euch als nächstes Live erleben? Judith: Den Rest des Jahres werden wir uns als Band auf die finalen Aufnahmen für unser neues Album konzentrieren. Am 16. Januar 2027 haben wir die große Ehre Nightlaser bei der Laser Night XI im KufA Haus zu supporten. Am 20. Februar spielen wir einen kleinen Gig in der Nationalbrauerei Jürgens in Braunschweig. Zudem trete ich neben anderen coolen Musikern beim Konzertformat „Day of the Dead Rockstars“ am 31.10. in der Brunsviga auf. Ich freue mich auf die nächsten Gigs und freue mich euch alle zu sehen! Der Blick nach vorne: Was soll bei Unsoulicited als Nächstes passieren, damit ihr am Ende 2026 sagen könnt: Das war unser Jahr? Judith: Ich kann mich nicht beschweren, da jedes Jahr bisher noch coolere Ereignisse mit sich gebracht hat. Da ich jetzt Festivalblut geleckt habe, würde ich im nächsten Sommer gerne wieder das ein oder andere Festival rocken, am liebsten hier in der Region. Rock in Rautheim oder auch Rockharz wären natürlich mal ein absoluter Traum! Flo: Da kann ich Judith nur zustimmen. Wir alle möchten großartige Festivals spielen. Und natürlich freue ich mich darauf, dass unser nächstes Album „Tales from the Striped Tent“ erscheint. Wenn das Album gut ankommt, unsere Shows den Leuten gefallen und dann noch ein Interview mit uns in der Subway gedruckt wird, dann können wir wirklich sagen: Das war unser Jahr! Text vonne Jeetze Fotos Unsoulicited
2026 SUBWAY.DE 8 SPRECH STUNDE In seiner neuen EP „Sprechstunde“, die am 11. September 2026 veröffentlicht wurde, setzt sich Felix Dihle alias JPen mit seinen Mustern und inneren Widersprüchen auseinander. Seitdem er schreiben kann, bringt der Rapper Geschichten und Gedichte aufs Papier und schrieb mit 13 Jahren seinen ersten Raptext. Aufgewachsen in einer musikalischen Familie im Wendland, fand er mit der Musik seine Sprache, um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Mittlerweile macht er seit knapp 30 Jahren Musik, ist Teil des Kreativkollektivs Spinnerstraße und in der regionalen Hip-Hop-Szene mit Live-Auftritten und regelmäßigen Releases fest verankert. Welche Themen er mit in die Sprechstunde bringt, hat er uns verraten. Wie hat sich deine Musik mit den Jahren verändert – was ist heute anders, was ist gleich geblieben? Angefangen habe ich mit Battletexten, da standen Reime und Technik im Vordergrund. Heute ist mir der Inhalt viel wichtiger, aber Reime und Technik sind immer noch ein zentraler Teil meiner Musik – nur bewusster eingesetzt und nicht mehr des Reimes willen. Außerdem versuche ich immer, mit meiner Stimme und dem Flow den Vibe des Beats einzufangen und zu ergänzen. BoomBap ist über all die Jahre meine musikalische Heimat geblieben. Die EP ist dein bislang persönlichstes Projekt: Warum war jetzt der richtige Zeitpunkt? Wie es auf „Sprechstunde“ heißt: „Ich muss die Dinge benennen/ die mir die Finger verbrennen/“ Der EP-Name klingt nach einem Ort, an dem man Dinge loswerden kann. Was wolltest du loswerden und was hast du selbst dabei über dich gelernt? Ich habe eigentlich schon immer Themen, die mich beschäftigen, mit meiner Musik versucht zu verarbeiten. Dieses Mal habe ich aber genauer und vor allem ehrlicher hingeschaut – auf mich selbst, meine eigenen Muster und wo diese überhaupt herkommen. Wenn „Sprechstunde“ eine echte Sprechstunde wäre: Welches Problem würdest du als Patient mitbringen? Oh, da gibt es viele. Unter anderem wahrscheinlich mein Talent, Probleme erstmal jahrelang mit mir selbst auszumachen und Gefühle in mich reinzufressen oder zu verdrängen und dann überrascht zu sein, wenn sie irgendwann mit beiden Fäusten an meine Tür klopfen. Du beschreibst das Album als den „Versuch, die eigenen Muster zu verstehen und Widersprüche auszuhalten.“ Was sind deine alten Muster, wie hast du sie erkannt und wie möchtest du sie verändern? Ich neige dazu, Gefühle zu verdrängen, vermeintliche Erwartungen zu erfüllen und es anderen recht zu machen, auch wenn ich selbst nicht dahinterstehe. Dazu kommt, dass ich mir oft selbst im Weg stehe. Ich versuche zu lernen, mich und meine Unzulänglichkeiten zu akzeptieren und gleichzeitig Verantwortung dafür zu übernehmen. Die Betonung liegt auf „versuche“. Welche Widersprüche fordern dich immer wieder heraus? Ich wünsche mir Nähe, tue mich aber schwer damit, mich wirklich zu öffnen. Gleichzeitig habe ich gelernt, nach außen stark zu wirken, obwohl es in mir oft ganz anders aussieht. Zwischen Rückzug und dem Wunsch nach Nähe bewege ich mich immer wieder. „Für mein inneres Kind hab ich das Sorgerecht/ niemand sonst nimmt mir die Sorgen weg/“ Was ist eine Sache an dir, die du lange als Schwäche gesehen hast, aber heute vielleicht anders bewertest? Ich hinterfrage sehr viel, vor allem mich selbst. Das ist für mich Fluch und Segen zugleich. Einerseits kann ich mir damit ganz schön den Schlaf rauben, andererseits entstehen genau daraus viele meiner Texte. Ohne dieses ständige Grübeln würde es „Sprechstunde“ und wohl auch einige andere Songs von mir nicht geben. Was sind deine Pläne für die Zukunft? „Sprechstunde“ ist seit dem 11. September draußen und bei der Releaseparty haben wir ein neues Showkonzept ausprobiert, das sich ziemlich gut angefühlt hat. Darauf würde ich gerne aufbauen und natürlich weiter live spielen. Und zum Abschluss: Was möchtest du den Leuten noch mitgeben? Gibt es News oder kommende Projekte bei dir oder im Kollektiv, über die du sprechen möchtest? Vielleicht einfach: Du musst nicht alles richtig machen. Wichtig ist, dass du dein Bestes gibst. Klingt vielleicht erstmal ziemlich banal, aber ich lerne das gerade selbst erst. In der Spinnerstraße geht es natürlich immer weiter. Unser alljährliches Mixtape mit der Spinnerbande und den über das Jahr entstandenen Songs, erscheint traditionell am 01. Januar. Von JPenXDerah gibt es bestimmt auch bald wieder was Neues. Mit Derah möchte ich auch weiterhin viel live spielen und vielleicht gibt es irgendwann auch mal wieder eine gemeinsame EP mit Meute Cee?! Apropos: Koli und Meute Cee hauen jetzt ihr Album raus: „LiebeLiebe oder gar nicht“. Nächstes Jahr werden wir bestimmt auch wieder ein BEATBUFFET goes public auf die Beine stellen. Es bleibt also einiges zu tun – und ich habe Bock drauf! Sprechstunde könnte ihr hören auf: Spotify, YouTube und der Spinnerstrasse Bandcamp Website. Lina Tauscher Mit JPEN im SUBWAYInterview Fotos Frederik Postulat
VERONICA FUSARO 4. DEZEMBER WLADIMIR KAMINER 30. NOVEMBER COMEDYFLASH 17. OKTOBER TERESA REICHL 29. OKTOBER DAVID HELBOCK JULIA HOFER DUO 23. OKTOBER FREDDY FISCHER & HIS COSMIC ROCKTIME BAND 7. NOVEMBER KRONER 30. OKTOBER DIETMAR BÄR & STEFAN WEINZIERL 15. DEZEMBER BENNI STARK 16. DEZEMBER FEE BADENIUS 18. DEZEMBER ASSANE BADIANE 14. NOVEMBER GYMMICK & DIE ERBEN 5. DEZEMBER JUDITH HOERSCH 7. NOVEMBER RUDELSINGEN 1. DEZEMBER HALLENBAD.DE WEITERE TERMINE & INFOS ONLINE UNTER HALLENBAD KULTUR AM SCHACHTWEG SCHACHTWEG 31 38440 WOLFSBURG
APOKALYPSE MIT Red Running River eröffnen am 19. November für Pro-Pain im Schön & Frölich: Ein Braunschweiger Heimspiel zwischen JollyJoker-Erinnerungen, Endzeitästhetik und dem nächsten Album. Wenn im Schön & Frölich die ersten Gitarren zu hören sind, ist das für Red Running River mehr als ein weiterer Termin im Tourkalender. Die Braunschweiger eröffnen für Pro-Pain – und treffen damit auf eine Band, deren Musik einige von ihnen schon seit der Zeit vor der Jahrtausendwende begleitet. Über die Zusage mussten sie nicht lange überlegen, die eindeutige Reaktion: „Ja verdammt!“ Härte, Groove und Live-Energie Schon der Spielort verbindet Neustart und Stadtgeschichte: Das Schön & Frölich eröffnete 2026 in den Räumen des früheren Jolly Joker. Fast drei Jahrzehnte lang prägte der Club das Braunschweiger Nachtleben. Wo früher klebrige Böden, lange Partynächte und sehr eigene Toilettenlegenden zum Inventar gehörten, steht heute wieder Live-Musik auf dem Programm. Der Headliner bringt dafür reichlich Gewicht mit: Pro-Pain gehören seit ihrem Debüt „Foul Taste of Freedom“ von 1992 zu den Konstanten an der Schnittstelle von Hardcore und Metal. Im Mai 2026 meldete sich die New Yorker Formation mit „Stone Cold Anger“ und damit dem ersten Studioalbum seit elf Jahren zurück. Für Red Running River ist der Auftritt im Vorprogramm entsprechend besonders, auch wenn die Band keine künstliche musikalische Verwandtschaft konstruieren will: Härte, Groove und Live-Energie seien die entscheidenden Berührungspunkte. Härter, moderner, atmosphärischer Red Running River wurden 2015 in Braunschweig gegründet. Heute gehören Sänger Sven, die Gitarristen Ronny und Thorben, Bassist Becks sowie Schlagzeuger Adrian zur Band. Der Name geht auf eine frühe Gemeinsamkeit zurück: Alle mochten Life of Agony und deren Debüt „River Runs Red“. Braunschweig ist für das Quintett bis heute die „ganz klare Base“: Hier trifft man sich zum Musizieren, hier sammelte die Band Bühnenerfahrung und baute sich ein eigenes Publikum auf. Musikalisch wurde sich neu sortiert: Weg vom „Thrash Rock“, heute fasst die Band ihren Sound, ihre Texte und die visuelle Umsetzung unter dem Begriff „Apocalyptic Metal“ zusammen. Härter, moderner und atmosphärischer soll es sein. „Wer zur Hölle waren die?“ Wir haben mit Red Running River über Braunschweiger Bühnenerinnerungen, den Abend mit Pro-Pain und die Frage gesprochen, warum zur perfekten Apokalypse unbedingt ein Schaufelbagger gehört. An welchen Moment oder welche Bühne in Braunschweig erinnert ihr euch besonders? Da müssen wir definitiv an die Release-Party unseres ersten Albums „Silence“, unser letztes Konzert im B58, denken. Hintergrund: Zu unseren Konzerten gehörte damals eine Flasche Jack Daniel’s dazu. Ein paar Schlucke haben wir selbst getrunken und den größeren Teil während der Show ans Publikum ausgeschenkt. Aus Macht der Gewohnheit haben wir das bei besagter Release-Party genauso gemacht – leider war uns entgangen, dass es sich beim B58 KLANGFARBEN 10 2026 SUBWAY.DE
HEIMVORTEIL um eine Jugendeinrichtung handelt, in der das Ausschenken von hochprozentigem Alkohol aus nachvollziehbaren Gründen strengstens verboten ist. In der Situation war das nicht so witzig, mittlerweile können wir darüber schmunzeln. Wir hoffen, irgendwann wieder im B58 spielen zu dürfen, dann zeigen wir selbstverständlich unsere beste Seite – ohne Jacky. Wie entsteht ein typischer Red-Running-RiverSong? Unser Songwriting läuft eigentlich ziemlich klassisch ab. In den meisten Fällen kommt Sven mit einem Text oder einer Geschichte in den Proberaum, die bereits grob strukturiert ist. Um dieses Grundgerüst herum beginnen wir als Instrumentalisten, den eigentlichen Song zu bauen. Manchmal funktioniert es auch genau andersherum: Einer bringt ein Riff mit, bei dem wir sofort merken: Das ballert! Dann entsteht aus der Musik heraus eine Idee und ein entsprechender Text, oder ein Thema wird darauf angepasst. Am Ende muss das Ganze als Band funktionieren. Weil wir uns als Live-Band verstehen, spielt automatisch die Frage eine Rolle: Was passiert mit diesem Song auf einer Bühne? Was muss bei einem Konzert passieren, damit ihr anschließend sagt: Genau dafür machen wir das? Die Bühnengröße ist nebensächlich. Natürlich ist ein großes Publikum geil, aber ein kleiner Club, in dem die Leute wirklich wegen der Musik da sind und komplett abgehen, kann viel intensiver sein. Der entscheidende Moment ist der, in dem zwischen Band und Publikum etwas passiert: Leute in den ersten Reihen, die die Songs kennen und mitsingen, sich bewegen oder einfach völlig darin aufgehen. Dann weiß man wieder, warum man nach der Arbeit Equipment ins Auto lädt, irgendwo hinfährt, nachts nach Hause kommt, Geld und unzählige Stunden investiert, und beim nächsten Konzert wieder genau dasselbe macht. Wirtschaftlich betrachtet wahrscheinlich irrational, emotional ergibt es vollkommen Sinn. Wie ist der Support-Slot für Pro-Pain zustande gekommen und was bedeutet euch dieser Abend? Ziemlich überraschend. Wir bekamen aus heiterem Himmel eine Mail von einem ehemaligen Betreiber einer ebenfalls kultigen Braunschweiger Location, die uns nach unseren Auftritten 2017 und 2018 offenbar noch auf dem Schirm hatte. In besagter Mail wurde gefragt, ob wir Lust hätten, für Pro-Pain zu eröffnen. Über die Antwort mussten wir keine Sekunde nachdenken: Ja verdammt! Wir haben über die Jahre viele Bühnen gesehen, Festivals bespielt und waren außerhalb Deutschlands unterwegs. Und dann stehen wir plötzlich mit einer international etablierten Band wie ProPain auf derselben Bühne. Da bilden wir uns aber nichts darauf ein, für Pro-Pain sind wir vermutlich irgendeine Band aus Braunschweig, die vor ihnen spielt. Für uns dagegen ist dieser Abend etwas Besonderes, er bedeutet uns eine Menge. Ein Support-Set muss schnell zünden. Wie stellt ihr die Setlist zusammen und wie gewinnt ihr das Publikum für euch? Bei einem Support-Slot gibt es keinen Grund für eine lange Anlaufphase. Wir wählen die Songs aus, die unseren heutigen Sound am besten repräsentieren und unmittelbar live funktionieren. Es geht darum, innerhalb kurFoto Sven Löffler INSTA- Gewinnspiel: 2x2 Tickets gewinnen! 11
zer Zeit zu zeigen, was Red Running River heute ist. Das Set muss kompakt sein, Druck haben und möglichst wenig Leerlauf bieten. Unsere Aufgabe ist es, die Zeit zu nutzen und ihnen zu zeigen, was wir können: Ein Publikum, das uns noch nicht kennt, ist ein ziemlich ehrlicher Gradmesser. Bei den Pro-PainFans müssen wir uns diese Aufmerksamkeit erst verdienen, genau darauf freuen wir uns. Wenn anschließend jemand wissen möchte: „Wer zur Hölle waren die eigentlich?“, haben wir unseren Job gemacht. Das Schön & Frölich ist neu, der Ort selbst jedoch legendär. Welche Verbindung habt ihr zum früheren Jolly Joker? Einige von uns waren früher oft Gäste – wie detailliert die Erinnerungen noch sind, ist allerdings eine andere Frage. Viele Abende waren offenbar erfolgreich genug, dass heute vor allem Fragmente übriggeblieben sind… Spaß beiseite: Das Jolly Joker war jahrelang ein wichtiger Treffpunkt in Braunschweig. Dort kamen unterschiedliche Szenen zusammen, es gab Konzerte, Partys und Veranstaltungen aus verschiedensten Bereichen. Und ja – irgendwann wurde von dem einen oder anderen von uns sogar eine Ü30-Party mitgenommen. Dass an diesem Ort heute wieder Live-Musik stattfindet und wir dort nun selbst spielen, hat einen gewissen Charme. Was steckt hinter „Excavator of Doom“? „Excavator of Doom“ spielt in einer postapokalyptischen Welt, in der ein Bagger als Sinnbild für die Zerstörung einer ohnehin sterbenden Erde steht. Es geht um die Ausbeutung von Rohstoffen und den Willen, immer mehr zu wollen, auch wenn es eigentlich schon nichts mehr zu holen gibt. Es ist also ein gesellschaftskritischer Song, den wir mit einem aufwendigen Musikvideo in Szene gesetzt haben. Und wie würdet ihr den Song inszenieren, wenn Budget, Statik und Brandschutz keine Rolle spielten? Dann würden wir den Titel vermutlich überaus wörtlich nehmen: zerstörte Industrielandschaft, Feuer, Nebel, Schrott, Endzeit – und natürlich müsste irgendwann ein echter Schaufelbagger auf der Bühne stehen. Eigentlich liefert „Excavator of Doom“ die Bühnenanweisung schon im Titel. Wir gehen davon aus, dass SUBWAY anschließend die Versicherung übernimmt. Angenommen, wir würden euch doch zu einer Ballade zwingen: Wie hieße sie und worüber würde sie handeln? „Love in the Fallout“ – eine völlig übertriebene siebenminütige Powerballade über zwei Menschen, die sich nach der Apokalypse zwischen radioaktivem Schrott finden, aber letztlich draufgehen werden. Natürlich mit cleanem Gitarrenintro, Windmaschine und einem völlig überzogenen Gitarrensolo. Anschließend würden wir den Song vernichten und sämtliche Beteiligten verpflichten, niemals wieder darüber zu sprechen. Wenn die Apokalypse tatsächlich ausbricht: Wer übernimmt in der Band welche Aufgabe – und wer wäre vermutlich als Erster verloren? Als letztes verbliebenes Gründungsmitglied würde Ronny wohl selbst in der Apokalypse noch Struktur ins Chaos bringen, und einen Plan machen, während um ihn herum alles brennt. Becks fände vermutlich die erste postapokalyptische Bühne, notfalls auf einem ausgebrannten Lkw oder Schrotthaufen – Hauptsache, es gibt Publikum. Adrian würde die Biervorräte sichern und bei Bedarf eine neue Braumaschine bauen. Sven würde die Abenteuer der Band festhalten und seine Growls zur Nachrichtenübermittlung zwischen den Lagern der Überlebenden nutzen. Thorben wäre unser Altkrieger, der mit Axt und passendem Spruch auf die Zombies losgeht und aus dem Gemetzel noch ein ziemlich geiles Riff macht. Und wer zuerst verloren wäre? Bei unserem Glück würden wir wohl alle gemeinsam bei der nächsten Naturkatastrophe draufgehen. Aber zusammen hätte das auch seinen Charme. Was fasziniert euch an einer dystopischen Welt und warum eignet sie sich so gut als Rahmen für eure Musik? Uns fasziniert vor allem die Vorstellung, was mit Menschen und Gesellschaft passiert, wenn die gewohnte Ordnung nicht mehr funktioniert. Eine Dystopie bietet dafür einen extremen Rahmen: Macht, Kontrolle, Zerstörung, Konflikte, aber auch Zusammenhalt und die Frage, wie weit Menschen gehen, wenn es um ihr eigenes Überleben geht. Wir wollen gar nicht möglichst düstere Zukunftsszenarien entwerfen, die Überzeichnung macht es interessant. Wir können reale Themen aufgreifen, sie aus ihrem Kontext lösen und in eine Welt versetzen, in der die Konsequenzen drastischer sichtbar werden. Diese Welt lässt musikalisch, textlich und visuell viel Raum: Ein Song kann brutal, atmosphärisch oder gesellschaftskritisch sein und trotzdem hineinpassen. Last but not least: Was steht nach dem Konzert an? Worauf dürfen sich Fans freuen? Stillstand ist nach dem Pro-Pain-Auftritt nicht geplant. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Arbeit an unserem neuen Album „Dystopia“. Parallel geht es live weiter: Noch im November spielen wir in Warschau, im Dezember in Oebisfelde und ab Januar stehen die nächsten Clubshows an. Gleichzeitig laufen die Planungen für die Festivalsaison 2027. Es gibt also genug zu tun! Jaquelin Ohk Foto Dark Glow Pics v.l.n.r.: Ronny, André, Sven, Thorben und Adrian KLANGFARBEN 12 2026 SUBWAY.DE
HEXENWERK ECHO.01 Techno, Drum‘n‘Bass und Melodic Techno in den Sandsteinhöhlen Liebe Hexenwerk Freunde, wir sagen immer, die Musik bleibt. Und das meinen wir auch so. Nach einem Sommer ohne unser aller kleines elektronisches Musikfestival Hexenwerk schreiben wir am 31.10.2026, nach Rocken am Brocken, eine weitere Episode. Diesmal führt uns der Weg raus aus dem Wald und hinein in die legendären Sandsteinhöhlen. Zusammen mit den den Kollektiven Rave on Snow, Deep Dub Studio, Unique Openair, Wasted , unseren Hexenwerk Residents sowie Freunden, Wegbegleitern und Menschen, die eines mit uns verbindet: die Liebe zur elektronischen Musik und zu diesen besonderen Nächten, die man nicht wirklich planen kann, sondern einfach gemeinsam erlebt. Musikalisch wird die Nacht genauso vielfältig wie die Menschen dahinter. Unter anderem mit Simina Grigoriu, Karla Blum, Jil Tanner, Domenico D’Agnelli, Chris Di Perri, Tanith, Torsten Kanzler, Ly Da Buddah und viele weiteren. Ein anderer Ort, eine andere Geschichte, aber der gleiche Gedanke: »Musik hören. Menschen treffen. Gemeinsam eine gute Zeit haben.« Die Sandsteinhöhlen geben uns dafür einen ganz besonderen Ort. Wer dort schon einmal eine Nacht erlebt hat, weiß, wie Musik, Licht und diese außergewöhnliche Kulisse miteinander verschmelzen können. Unsere Aufgabe ist es, Musik, Deko und einen schönen Abend vorzubereiten. Eure Aufgabe ist eigentlich viel einfacher: Ticket kaufen, vorbeikommen und gemeinsam mit uns die Nacht genießen. Wir freuen uns auf euch am 31.10.2026 in den Sandsteinhöhlen. Anzeige sos-kinderdoerfer.de 2025/1 Beschützt. Wenn aus Fürsorge Zukunft wird.
music 2026 SUBWAY.DE 14 Foto Sage Szkabarnicki-Stuart Ein Umzug von England nach New York, eine überraschende Trennung und reichlich Selbstzweifel: Fenne Lilys viertes Album „Win Win“ beginnt gedanklich an einem ziemlich miesen Punkt. Dabei bleibt es glücklicherweise nicht. Statt sich elfengleich im Liebeskummer einzurichten, schreibt Lily über Wut, Selbstbehauptung und die Erkenntnis, dass ein Verlust nicht automatisch bedeutet, sich selbst zu verlieren. Musikalisch passt dazu ein wärmerer, lebendigerer Ansatz. Viele Stücke wurden mit alten und neuen Weggefährten live eingespielt, teilweise auf Band. „Sleeping“ verarbeitet die Trennung mit bemerkenswert klarer Ansage, während der Abschluss „in Life and on Planes“ mit seiner rauen Aufnahme fast wie ein Befreiungsschlag wirkt. „Win Win“ ist immer noch melancholisch, aber die Vorhänge sind diesmal offen. LW Win Win FENNE LILY Genre Indie-Folk Release 23. Oktober 2026 Label Nettwerk Music Group Fünf Jahre nach „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ setzt Danger Dan auf „Keine Angst“ das, damals eher unverhofft, erfolgreiche Konzept fort: Klavier, Stimme, Texte – viel mehr braucht es nicht. Statt den Erfolg mit großem Orchester aufzublasen, bleibt die Produktion bewusst überschaubar. Inhaltlich wird es erneut politisch. Rechtsextremismus, Antisemitismus und Möglichkeiten des Widerstands werden ebenso behandelt wie die Liebe, Kneipenschlägereien, Versicherungsvertreter und der Sinn des Lebens. Das funktioniert, weil er seine Botschaften mit trockenem Humor, konkreten Geschichten und Selbstironie verbindet. Die bewährte Formel wird also kaum verändert. Entscheidend bleibt ohnehin, was Danger Dan zu erzählen hat. LW Keine Angst DANGER DAN Genre Liedermacher Release 2. Oktober 2026 Label Ölsardinenindustrie Fazit wortgewandt Fazit aufgeräumt 16 Jahre nach „Tranquilo“ nehmen In Extremo erneut die eigenen Songs auseinander und bauen sie anders wieder zusammen. 17 Stücke aus mehr als drei Jahrzehnten Bandgeschichte werden hier nicht einfach unplugged gespielt, sondern teils kräftig umarrangiert. Swing, Ska, Reggae, Rockabilly und osteuropäische Einflüsse mischen sich unter die historischen Instrumente. Die Sorge, dass hier bloß alte Hits zweitverwertet werden, kann ich euch nehmen: Es funktioniert wirklich gut. Unterstützung gibt es unter anderem von Doro Pesch, Monchi von Feine Sahne Fischfilet und Laura Fella von Faun. Mit „Heute wird der Himmel brennen“ ist zudem ein neuer Song dabei. Eine Rückschau ist „Tranquilo II“ natürlich trotzdem – nur erfreulich wenig nostalgisch. LW Tranquilo II IN EXTREMO Genre Mittelalter-Rock Release 23. Oktober 2026 Label Universal Music Fazit spielfreudig
listen Mit „Für immer Frühling“ landete SOFFIE 2024 ziemlich unvermittelt einen viralen Hit, der zugleich zur Hymne vieler Demonstrationen gegen Rechts wurde. Nun soll daraus mehr werden als ein einmaliger Erfolg. Auf ihrem kommenden Album verbindet sie politische Haltung mit tanzbarem Pop, Indie-Einflüssen und einer gehörigen Portion Selbstironie. Die Single „Beiss mich fest“ gibt die Richtung vor: bunt, laut und bewusst ein bisschen drüber. Es geht um Selbstbestimmung, Erwartungen und den Mut, Raum einzunehmen. Das ist durchaus politisch, setzt aber eher auf Hoffnung und Humor als auf erhobene Zeigefinger. SOFFIE macht aus Eigenschaften wie „zu laut“ und „zu dramatisch“ kurzerhand ein Programm. Ein ziemlich sympathischer Gegenentwurf zum dauernden Krisenmodus. LW Kein Streit den man nicht lösen kann SOFFIE Genre Indie-Pop Release 23. Oktober 2026 Label Believe Fazit lebensfroh Genre Singer-Songwriter Release 23. Oktober 2026 Label Grönland Philipp Poisel war nie einer, der seine Gefühle besonders gut versteckt hat. Auch auf seinem fünften Album „Gute Zeiten“ geht es um Liebe, Verletzlichkeit und Erinnerungen, diesmal aber mit auffallend optimistischem Blick nach vorn. Viele der zwölf Songs entstanden auf Sizilien, und etwas von dieser Leichtigkeit hat es tatsächlich auf die Platte geschafft. „Schön“ fängt das Treiben italienischer Piazze ein, „Postkarte“ macht Fernweh und Bewegung zum Thema. Natürlich darf auch der Herzschmerz nicht fehlen: In „10m²“ erinnert sich Poisel an eine vergangene Liebe, während „Ruinen“ vom Weiterleben nach schmerzhaften Erfahrungen erzählt. Poisel bleibt also Poisel – nur klingt die Melancholie diesmal häufiger nach Aufbruch statt nach Weltuntergang. LW Philipp Poisel GUTE ZEITEN Fazit zuversichtlich 15 Foto Narayan Van Maele Christian Cohle mag es dunkel. Bereits auf „Holy Trouble“ und „WETLANDS“ hat der irische Musiker eine ziemlich eigene Welt zwischen elektronischem Pop und melancholischer Atmosphäre geschaffen. Auf seinem dritten Album „Queen of Ashes“ wird es nun direkter und rhythmischer. Nervöser Art-Rock trifft auf Synth-Pop und eine nächtliche Eleganz, bei der Einflüsse von Talking Heads, Future Islands und Roxy Music durchscheinen. Inhaltlich beschäftigt sich Cohle mit Liebe in ihren weniger angenehmen Ausprägungen: Besessenheit, Abhängigkeit und Beziehungen, die einen selbst dann noch verfolgen, wenn sie längst vorbei sein sollten. Mythologie, Rituale und Verfall liefern dafür die passenden Bilder. Trotz aller Düsternis wirkt „Queen of Ashes“ weniger nach innen gekehrt als der Vorgänger und erweitert Cohles Sound, ohne dessen Charakter zu verlieren. LW Queen of Ashes CHRISTIAN COHLE Genre Art-Pop Release 16. Oktober 2026 Label Independent Fazit abgründig
2026 SUBWAY.DE 16 LEBEN & RAUM Das BRAUNSCHWEIG INTERNATIONAL FILM FESTIVAL (BIFF) wird 40! Anlässlich seines Jubiläums startet es mit einem ganz besonderen Auftakt: Am 9. November 2026 präsentiert das BIFF sein Eröffnungsfilmkonzert LA LA LAND IN CONCERT als Deutschlandpremiere. Der Oscar®-prämierte Film feiert in diesem Jahr zugleich seinen zehnten Geburtstag. Das Staatsorchester Braunschweig in großer Besetzung und Jazzmusiker*innen spielen den Soundtrack live zum Film unter der Leitung des finnisch-amerikanischen Dirigenten Erik Ochsner. Der Vorverkauf für die Am Montag, den 9. November, geht das Braunschweig International Film Festival in die 40. Ausgabe – traditionell mit einem Eröffnungsfilmkonzert. Diesmal mit LA LA LAND IN CONCERT in Kooperation mit dem Staatsorchester Braunschweig und dem Staatstheater Braunschweig. CELEBRATING CINEMA Fotos ®, ™ & © 2026 Lions Gate Entertainment Inc. and related companies. All Rights Reserved., Frank Dicks Alamode Film, S. Kouloglou Eröffnung in der Volkswagen Halle läuft bereits. „Mit LA LA LAND IN CONCERT bringen wir nicht nur einen besonderen Film auf die große Bühne – sondern auch ganz außergewöhnliche Musik. Die Musik von Justin Hurwitz zu LA LA LAND wird von Film- und Soundtrack-Fans regelmäßig zu den prägendsten Filmmusiken der 2010er-Jahre gezählt“, schwärmt Festivalleiterin Karina Gauerhof. Die Filmmusik verbindet klassischen Hollywood-Musical-Sound mit Jazz-Einflüssen – der bekannte Song „City of Stars“ gewann den Oscar für den Besten Filmsong, Justin Hurwitz außerdem den Oscar für die Beste Filmmusik. Das Eröffnungsfilmkonzert wird in Kooperation mit dem Staatsorchester Braunschweig sowie dem Staatstheater Braunschweig präsentiert, gefördert von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz sowie unterstützt von BS|ENERGY als Co-Hauptsponsor des Eröffnungsfilmkonzerts. Pop-Up-Space Zum Jubiläum zieht das BIFF außerdem schon vor Festivalbeginn mitten in die Braunschweiger Innenstadt. Von Anfang Oktober bis zum Ende des Festivals Mitte November entsteht dort ein temporärer Pop-Up-Space als zentraler Ort für Begegnung, Austausch und kulturelle Teilhabe rund um Film und Kino. Damit bringt das BIFF einen Teil des Festivals dorthin, wo die Stadtgesellschaft ohnehin unterwegs ist: mitten ins Zentrum. Der Pop-Up-Space soll zusätzliche Sichtbarkeit schaffen und gleichzeitig Menschen ansprechen, die bislang noch wenig oder gar keinen Kontakt mit dem Festival hatten. Als sogenannter „Dritter Ort“ ergänzt er bestehende Kultur- und Veranstaltungsorte und bietet Raum für Dialog, Begegnung und Vernetzung. Auf dem Programm steht ein vielfältiger Mix: Geplant sind unter anderem eine Lesung, eine Ausstellung, Talks und Afterwork-Formate – sowohl vom Festival selbst als auch gemeinsam mit Kooperationspartner*innen. Darüber hinaus dient der Pop-Up-Space als Infopoint für Besucher*innen und als Anlaufstelle für den Ticket- und Merchandise-Verkauf. Für das gastronomische Angebot sorgt das Team des Restaurants „Zur Freundschaft“. So entsteht bereits im Vorfeld des eigentlichen Festivals ein Treffpunkt, der unterschiedliche Zielgruppen zusammenbringen und Lust auf Austausch über Kino, Filmkultur und persönliche Lieblingsfilme machen soll. Anzeige
17 Neun Preise für das Jubiläum Dieses Jahr vergibt das BIFF wieder neun Preise, die im Rahmen der Preisverleihung am Samstag, den 14. November 2026, verliehen werden. Anschließend lädt das BIFF zur Festivalparty in den Louis-Spohr-Saal ein! • Die EUROPA (Europäischer Schauspielpreis) • Volkswagen Financial Services Filmpreis (Bester Film im Hauptwettbewerb – Jurypreis) • Der HEINRICH (Bester Film im Hauptwettbewerb – Publikumspreis) • Die TILDA (Bester Film einer Regisseurin) • ECHT (Queerer Filmpreis) • Green Horizons Award (Bester Film zum Thema Nachhaltigkeit) • KINEMA (Deutsch-Französischer Jugendpreis) • Heimspiel Preis (Bester Film mit regionalem Bezug) • Die EDDA (Bester Kurzfilm – Publikumspreis) Gäste aus der Filmbranche Das Festival zieht jedes Jahr rund 300 Fachleute aus der Filmbranche an, darunter Regisseur*innen, Schauspieler*innen, Produzent*innen, Komponist*innen und Journalist*innen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf europäischen Nachwuchsregisseur*innen, die beim BIFF ihre Arbeiten und Perspektiven präsentieren. Welche weiteren Gäste in diesem Jahr nach Braunschweig kommen, bleibt vorerst noch ein Geheimnis – alle Details werden am 22. Oktober ab 11 Uhr im Rahmen einer Instagram-Live-Pressekonferenz bekanntgegeben. Ein besonderes Highlight ist auch in diesem Jahr die Vergabe des Schauspielpreises Die EUROPA. Seit 2007 zeichnet das BIFF damit Schauspielerinnen und Schauspieler für ihre langjährigen herausragenden Leistungen sowie ihre Verdienste um die europäische Filmkultur aus. Zu den bisherigen Preisträger*innen zählen unter anderem Sandra Hüller, Udo Kier, Brendan Gleeson, Mads Mikkelsen und Hanna Schygulla. Wer Die EUROPA im Jubiläumsjahr erhält, wird ebenfalls bei der Pressekonferenz bekanntgegeben. Kino für Neugierige Das Braunschweig International Film Festival richtet sich nicht nur an eingefleischte Cineast*innen. Filmfans, Fachpublikum, Filmschaffende, Studierende und alle, die sich gern auf Unbekanntes einlassen, finden hier gleichermaßen Angebote. Gerade darin liegt eine der Stärken eines Filmfestivals: Das reguläre Kinoprogramm ist zwangsläufig vorselektiert, viele spannende Produktionen finden keinen deutschen Verleih und erreichen deshalb nie die hiesigen Leinwände. Während im regulären Programm der US-amerikanische Hollywoodfilm eine große Rolle spielt, eröffnet das BIFF den Blick auf Filmkulturen, die im Kinoalltag wesentlich seltener zu sehen sind. Ein Film aus Malta, Zypern, Haiti oder dem Iran? Beim BIFF gehört genau diese Entdeckungsreise zum Konzept. Im Heimspiel richtet sich der Blick auf regionales Filmschaffen, während sich die Sektion Neue deutschsprachige Filme dem aktuellen Kino aus dem DACH-Raum widmet. Im Hauptwettbewerb steht junges Kino aus Europa im Mittelpunkt – zugelassen sind ausschließlich Debüt- und Zweitfilme. Mit Neues Internationales Kino öffnet sich das Programm schließlich für Produktionen aus aller Welt. Dokumentarfilme finden unter anderem in Green Horizons mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und in Sound on Screen mit Musikfilmen ihren Platz. Hinzu kommt die thematisch offener angelegte Reihe Internationale Dokumentarfilme. Für Nachtschwärmer*innen bietet …at Midnight jedes Jahr Genrefilme, die sich meist einem bestimmten Thema oder einer Regieperson widmen. Wer lieber kurze Geschichten mag, kann sich durch die unterschiedlichen Kurzfilmprogramme schauen. Dazu kommen zahlreiche Sonderveranstaltungen und Möglichkeiten zur Vernetzung, bei denen Festivalpublikum und Filmschaffende miteinander über Film und Filmkultur ins Gespräch kommen können. Filmspaß für die ganze Familie Auch für Familien bietet das BIFF ein eigenes Programm. An den Nachmittagen und am Wochenende laufen ausgewählte Filme, die Unterhaltung mit Themen verbinden, die auch für ein junges Publikum zugänglich sind. Im Anschluss gibt es Gelegenheit für Fragen und Gespräche direkt im Kinosaal. Einige Veranstaltungen richten sich außerdem gezielt an Schüler*innen und Lehrkräfte. Vom 10. bis 13. November 2026 finden jeweils um 11.30 Uhr im ASTOR Filmtheater verschiedene Schulvorführungen statt. Gezeigt werden vier Langfilme sowie ein Kurzfilmprogramm. Die Langfilme im Schulprogramm beschäftigen sich unter anderem mit kultureller Aneignung und Rassismus, aber auch mit Selbstwirksamkeit, Selbstermächtigung und beruflicher Selbstverwirklichung. Das Kurzfilmprogramm MACH’S KURZ mit sechs aktuellen Kurzspielfilmen und Animationen steht zudem erneut ein Jahr lang kostenfrei für Schulen als Online-Stream zur Verfügung. Damit geht das Filmbildungsformat BIFFgoes2school in die dritte Runde. Die angebotenen Kurzfilme samt Begleitmaterial haben bereits zahlreiche Schulen erreicht und sollen die Kunstform Kurzfilm stärker in den Unterricht integrieren. Weitere Infos & Tickets IDENTITTI CONGO BOY Kurzfilmprogramm MACH‘S KURZ
18 2026 SUBWAY.DE LEBEN & RAUM Anzeige GERADE NOCHMAL
19 Das Staatstheater Braunschweig inszeniert den britischen Erfolgsstoff »Dieses Stück geht schief« SCHIEFGEGANGEN anderen müssen Schauspielende und Techniker:innen reibungslos zusammenarbeiten. Die Theatermaschinerie Für das Team von »Dieses Stück geht schief« überhaupt kein Problem. Von knallenden Türen und lockeren Bilderrahmen über nur bedingt funktionsfähige Kleiderhaken bis hin zu ganzen Etagen, die in sich zusammenbrechen, läuft alles glatt, was nur schiefgehen kann. Bühnenbild, Requisite und Ensemble bilden eine Einheit, die funktioniert wie ein gut geöltes Getriebe. Wirklich jedes Missgeschick ist minutiös geplant und geprobt. Damit dabei auch ja niemand zu Schaden kommt, wurde sogar ein Stuntkoordinator engagiert, um die Spielenden bestmöglich auf die geplanten Pannen vorzubereiten. Das ist auch für das Staatstheater eine Besonderheit. Karte kaufen und mitlachen! Wer erleben möchte, wie aus einer vermeintlich perfekt geplanten Theateraufführung ein immer größeres Chaos entsteht, sollte sich diesen Abend definitiv nicht entgehen lassen. »Dieses Stück geht schief« ist noch bis Januar 2027 im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig zu sehen. Die nächsten Vorstellungen finden am 27. September um 14:30 Uhr sowie am 3., 9., 15., 17. und 23. Oktober jeweils um 19:30 Uhr statt; weitere Termine folgen bis zum 27. Januar 2027. Also: Platz sichern, zurücklehnen und dabei zusehen, wie garantiert nichts nach Plan läuft. Staatstheater Braunschweig Foto Thomas M. Jauck Seit Anfang August dieses Jahres präsentiert sich das Staatstheater Braunschweig in neuem Gewand. Der Grund: Operndirektor und Generalintendant Tobias Wolff hat jüngst die Leitung des Hauses übernommen und eine ganze Menge neue Leute mitgebracht, die sich jetzt darum kümmern, dass die Bühnen des Staatstheaters mit darstellender Kunst gefüllt werden. Zu ihnen gehört auch Schauspieldirektorin Antje Thoms, die mit ihrer Inszenierung der Komödie »Dieses Stück geht schief« am 18. September die Schauspielsaison des Großen Hauses einleitete. Lustig sein ist eine Kunst Und eines wird schnell klar – lautes Lachen steht in dieser Spielzeit auf der Tagesordnung! Nicht zuletzt dank der mit viel Feingefühl provozierten Schadenfreude in »Dieses Stück geht schief«. »Das Phänomen wird seit den Neunzigerjahren in den Bereichen Psychologie und Philosophie untersucht. Die grundsätzliche Erkenntnis: Schadenfreude hat einen sozial funktionalen Charakter. Ob eine Person über das Missgeschick einer anderen Person lacht oder Mitgefühl mit ihr empfindet, hängt oft davon ab, in welcher Beziehung die beiden stehen. Außerdem erscheint Schadenfreude zumindest auf den ersten Blick passiv: Schließlich entsteht sie in Situationen, in denen man beobachtet, wie einer Person ein Missgeschick passiert, ohne selbst aktiv daran beteiligt zu sein. Vielleicht liegt darin die eigentliche Pointe des Humors: Wir lachen, wenn die Welt aus der Reihe tanzt – und sind dabei erleichtert, dass es jemand anderes war, der über seine eigenen Füße gestolpert ist.«, so Maxi Ratzkowski, die Dramaturgin des Stücks im zugehörigen Programmheft. Damit dieses Gefühl gezielt beim Publikum hervorgerufen werden kann, muss zum einen natürlich die literarische Vorlage stimmen und zum TERMINE Dieses Stück geht schief | 3., 9., 15., 17. und 23. Oktober, jeweils 19:30 Uhr | Großes Haus (BS) staatstheater-braunschweig.de
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