SUBWAY Dezember 2020

books POP & KULTUR 40 2020 SUBWAY.DE I n den letzten 125 Jahren sind, weiß Gott, eine Menge Dinge passiert und auch an einem Verein, der für eine ganze Region identitätsstiftend ist, gehen diese Jahre nicht spurlos vorüber. Die nun vorgelegte Chronik „125 Jahre Eintracht Braunschweig“ ist ein über 300 Seiten starker Kompass durch die Historie des geschichtsträchtigen Vereins, der tief verwurzelt ist mit Braunschweigs Menschen und ihrer Geschichte. Wie ein Mosaik zusammengefügt Die Autorenschaft für das Werk wurde un- ter drei ausgewiesenen Eintracht-Kennern aufgeteilt, die die Vereinsgeschichte doku- mentieren können wie niemand sonst. Gerhard Gizler ist Vereinshistoriker der Blau-Gelben und verfasste bereits vor fünf Jahren ein Buch über die Rolle des Vereins im Nationalsozialismus. Auch diese schwe- re und unrühmliche Zeit wird in der neuen Chronik ausführlich beleuchtet. Gerhard Giz- ler ist deshalb auch hier zuständig für die frü- hen Jahre der Eintracht: „Dieser Teil hat mich am meisten gereizt“, schildert er. Mit im Boot ist auch Horst Bläsig, in Braun- schweig bekannt für sein Buch „Ein roter Löwe auf der Brust“, das 2009 das Licht der Welt erblickte. Laut Gizler ist es nach wie vor ein „absolutes Standardwerk“ für dem Verein Nahestehende. Bläsig ist aktiv als Chefredak- teur der Fußballwoche und hat insbesondere die jüngsten Entwicklungen des Vereins un- ter die Lupe genommen. Das Bestehen des sportlichen Aushängeschilds der Stadt jährt sich im Dezember zum 125. Mal. Dazu erschienen ist die Chronik „ 125 Jahre Eintracht Braunschweig “. NICHT OHNE EINTRACHT Beteiligt ist außerdem der Fußball-Histo- riker Hardy Grüne, einst von der FAZ als das „Gedächtnis des Fußballs“ betitelt, welcher in seiner Funktion als Journalist, Buchau- tor, Lektor und Vortragender eine Menge Fachkompetenz angesammelt hat. Für die Chronik hat er vor allem Eintrachts Station in der Oberliga zur Kaiserzeit dokumentiert. Zudem sind allerhand Statistiken und Tabel- len sein Steckenpferd, die jedem geneigten Halbzeitanalytiker schmecken dürften. Gerhard Gizler schickt ein eindeutiges Lob in Richtung seiner Autorenkollegen: „Alle Teile haben sich sehr schön wie ein Mosa- ik zusammengefügt.“ Der Gesamteindruck wirkt der Tradition und Bedeutung des Ver- eins wirklich angemessen: Ein robuster und wertiger Hardcover-Band mit großen Hoch- glanzseiten, auf denen die historischen Bil- der einen eindrucksvollen Zeitstrahl bilden. Allein über 100 Mannschaftsbilder von 1897 bis 2020 sind Teil des Werks. Es ist ein stetiges Auf und Ab – der Verein meint es manchmal zwischen sportlichen Er- folgen und Miseren nicht gut mit schwachen Herzen. Doch für die jetzige Spielzeit sieht Gizler einen versöhnlichen Ausgang hervor: „Diese Saison werden sie ohne viel Troub- le durchkommen. Man sieht, dass sie sich entwickeln. Ich finde, dass die Mannschaft wieder sehr ordentlich spielt.“ Ihr Wort in des Fußballgottes Ohr, Herr Gizler! Simon Henke Fotos Eintracht-Archiv

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