SUBWAY September 2021

17 natürlich neigen nicht nur Engländer:in- nen zur Sprach-Faulheit. Im deutschen Schulunterricht ist Englisch vor allem in Hinblick auf die globale Kommunikati- on seit Jahrzehnten ein wichtiges Haupt- fach. Heutzutage sind gute oder sehr gute Englischkenntnisse längst kein Plus- punkt mehr, sondern eine Voraussetzung im Bewerbungsschreiben. Somit liegt der Lern-Schwerpunkt vor allem auf der Mut- ter- und englischen Sprache. Davon ab- gesehen belegen viele Schüler:innen eine zweite Fremdsprache nur, solange es nötig ist. „Ehrlich gesagt reicht mir eine Fremd- sprache aus, mit der ich ebenso klarkom- me“, gesteht Tom, dermit der Versetzung in die elfte Klasse Französisch aus seinem Stundenplan verbannt hat. Ist Schüler:in- nen demnach das Fremdsprachen-Dop- pelpack zu viel oder sind sie vielleicht vom immer gleichen Sprachangebot gelang- weilt? „Ich konnte nur zwischen drei Spra- chen wählen und in der Unterstufe schien mir Französisch das kleinste Übel zu sein“, lacht der Schüler. Spanisch, Französisch und Latein gelten im deutschen Schulsys- tem als die drei altehrwürdigen Sprachop- tionen. Trotz der Globalisierung und zu- nehmenden Digitalisierung zeichnet sich in vielen Bildungsstätten ein eher schleppen- der Wandel zu Alternativen ab. Dabei erlan- gen auch Sprachen wie Arabisch und vor allem Chinesisch einen immer präsenteren Stellenwert in der Welt. „Chinesisch ist be- stimmt schwer, auch wegen des anderen Schriftsystems, aber es ist eine wichtige Sprache für die Zukunft. Ich persönlich hät- te gern etwas Außergewöhnliches wie Fin- nisch gelernt“, bestätigt Tom. Im stetigen globalen Wandel ist es nicht leicht, Veränderungen vorherzusagen. Im Heute wissen wir nicht, welche Sprachen im Morgen große Trends sein werden, aber wir können mit offenen Ohren durch die Welt gehen und unseren Horizont fortlau- fend erweitern. Selbstredend kann und soll das Schulsystem nicht alle Sprachen der Erde lehren und abdecken. Für all jene, die trotzdem gerne mal etwas anderes, neu- es vom Sprachbuffet probieren wollen, gibt es zahlreiche Apps, Sprachkurse und vie- le weitere Angebote, die verschiedenste Kostproben bieten. Darüber hinaus kann man viele Sprachen durch einen Auslands- aufenthalt oder einen simplen Urlaub ken- nenlernen. Sprache ist eben mehr und viel- fältiger, als wir im Schulunterricht lernen. Sie hilft uns nicht nur unseren Traumjob zu ergattern, sondern fördert auch unsere ei- gene Entwicklung. In gewisser Form ist sie der Schlüssel zu einer anderen Welt, in der spannende Menschen und bereichernde Kulturen auf uns warten. „Wer fremde Sprache nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.“ – Johann Wolfgang von Goethe 17

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