SUBWAY Dezember 2020

KLANGFARBEN 10 2020 SUBWAY.DE Von diesen vielversprechenden Newcomern könnten wir 2021 noch mehr zu hören kriegen. ür alle Kunst-, Kultur- und Musikschaffenden war das Jahr 2020 eine ganz schön harte Nuss, die irgendwie nicht richtig geknackt werden konnte. Zwar gab es Streaming-Konzerte und viel Zeit, um neue Musik zu schreiben und zu produzieren, aber die Bühne, der Austausch, die Ins- piration und das Miteinander fehlen einfach. Wir wünschen nicht nur den Künstlern, sondern auch uns und allen Musikfreunden, dass das kommende Jahr nicht so still, nicht so trostlos und einsam wird wie die vergangenen Monate. Wir träumen schon jetzt von Konzerten und Festivals, auf denen wir uns in den Armen liegen, unsere Becher voller Bier in die Höhe halten, grölen und das gerade Gehörte einfach grenzenlos abfeiern. Lasst euch von unseren vier Durchstarter-Tipps auch schonmal Laune machen. Als plötzlich Benjamin Amaru in unserem Playlist-Radio gelandet ist, war es binnen we- niger Sekunden um uns geschehen: Diese Mi- schung aus sanfter Verletzlichkeit und rauer Sexyness in seiner Stimme macht süchtig. Songs wie „You Don’t Know“ oder „Son Of The Desert“ laufen seitdem in Dauerschleife. Benjamin Ama- ru verwandelt seine Gefühle und Gedanken in national und so rund, dass wir es kaum abwar- ten können, ein Debütalbum auf die Ohren zu bekommen – vielleicht ist es ja 2021 soweit. Zu- letzt sang das Jungtalent im Oktober bei dem Indie-YouTube-Channel „Colors“ (schaut da echt mal rein, wenn ihr neue, außergewöhnliche Mu- sik entdecken wollt) zwei neue smoothe Songs, die einemdas Herz butterweich zaubern. Deutschrap können nur harte Männer mit Knarren, Kampfhunden und Hals-Tattoos? Sorry Bro, da müssen wir dich leider enttäu- schen. Deutschrap kann auch weiblich, fe- ministisch und dabei auch noch verdammt sexy sein. Die 22-jährige Rap-Newcomerin Layla erschütterte 2019 jedes noch so ge- festigte Macho-Bild im Genre des rhythmi- schen Sprechgesangs und landete mit ihrer Debütsingle „Choppa“ direkt auf sämtlichen einflussreichen Rap-Playlists. Zwar gibt’s auch in ihren Musikvideos viel nackte Haut zu se- hen, jedoch wird dort der weibliche Körper in all seinen natürlichen Formen und Farben einen samtweichen, unaufdringlich poppigen Klangteppich aus Klavier, Gitarre und Synthies, in den wir uns gerne den ganzen Winter über einmummeln würden. Der 23-Jährige mit ira- nischen Wurzeln ist in seiner Schweizer Heimat bereits im vergangen Jahr durch seine EP „Real Fake Rebel“ auf dem Radar vieler Radiosender erschienen, in Deutschland ist er hingegen noch ein echter Geheimtipp. Dabei klingt der Singer-Songwriter schon jetzt so groß, so inter- Fotos Rafael dos Santos Ferreira, Lucio Vignolo, Layala Instagram/sonjaresplandor, Steffen Markert

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