SUBWAY Oktober 2026

zer Zeit zu zeigen, was Red Running River heute ist. Das Set muss kompakt sein, Druck haben und möglichst wenig Leerlauf bieten. Unsere Aufgabe ist es, die Zeit zu nutzen und ihnen zu zeigen, was wir können: Ein Publikum, das uns noch nicht kennt, ist ein ziemlich ehrlicher Gradmesser. Bei den Pro-PainFans müssen wir uns diese Aufmerksamkeit erst verdienen, genau darauf freuen wir uns. Wenn anschließend jemand wissen möchte: „Wer zur Hölle waren die eigentlich?“, haben wir unseren Job gemacht. Das Schön & Frölich ist neu, der Ort selbst jedoch legendär. Welche Verbindung habt ihr zum früheren Jolly Joker? Einige von uns waren früher oft Gäste – wie detailliert die Erinnerungen noch sind, ist allerdings eine andere Frage. Viele Abende waren offenbar erfolgreich genug, dass heute vor allem Fragmente übriggeblieben sind… Spaß beiseite: Das Jolly Joker war jahrelang ein wichtiger Treffpunkt in Braunschweig. Dort kamen unterschiedliche Szenen zusammen, es gab Konzerte, Partys und Veranstaltungen aus verschiedensten Bereichen. Und ja – irgendwann wurde von dem einen oder anderen von uns sogar eine Ü30-Party mitgenommen. Dass an diesem Ort heute wieder Live-Musik stattfindet und wir dort nun selbst spielen, hat einen gewissen Charme. Was steckt hinter „Excavator of Doom“? „Excavator of Doom“ spielt in einer postapokalyptischen Welt, in der ein Bagger als Sinnbild für die Zerstörung einer ohnehin sterbenden Erde steht. Es geht um die Ausbeutung von Rohstoffen und den Willen, immer mehr zu wollen, auch wenn es eigentlich schon nichts mehr zu holen gibt. Es ist also ein gesellschaftskritischer Song, den wir mit einem aufwendigen Musikvideo in Szene gesetzt haben. Und wie würdet ihr den Song inszenieren, wenn Budget, Statik und Brandschutz keine Rolle spielten? Dann würden wir den Titel vermutlich überaus wörtlich nehmen: zerstörte Industrielandschaft, Feuer, Nebel, Schrott, Endzeit – und natürlich müsste irgendwann ein echter Schaufelbagger auf der Bühne stehen. Eigentlich liefert „Excavator of Doom“ die Bühnenanweisung schon im Titel. Wir gehen davon aus, dass SUBWAY anschließend die Versicherung übernimmt. Angenommen, wir würden euch doch zu einer Ballade zwingen: Wie hieße sie und worüber würde sie handeln? „Love in the Fallout“ – eine völlig übertriebene siebenminütige Powerballade über zwei Menschen, die sich nach der Apokalypse zwischen radioaktivem Schrott finden, aber letztlich draufgehen werden. Natürlich mit cleanem Gitarrenintro, Windmaschine und einem völlig überzogenen Gitarrensolo. Anschließend würden wir den Song vernichten und sämtliche Beteiligten verpflichten, niemals wieder darüber zu sprechen. Wenn die Apokalypse tatsächlich ausbricht: Wer übernimmt in der Band welche Aufgabe – und wer wäre vermutlich als Erster verloren? Als letztes verbliebenes Gründungsmitglied würde Ronny wohl selbst in der Apokalypse noch Struktur ins Chaos bringen, und einen Plan machen, während um ihn herum alles brennt. Becks fände vermutlich die erste postapokalyptische Bühne, notfalls auf einem ausgebrannten Lkw oder Schrotthaufen – Hauptsache, es gibt Publikum. Adrian würde die Biervorräte sichern und bei Bedarf eine neue Braumaschine bauen. Sven würde die Abenteuer der Band festhalten und seine Growls zur Nachrichtenübermittlung zwischen den Lagern der Überlebenden nutzen. Thorben wäre unser Altkrieger, der mit Axt und passendem Spruch auf die Zombies losgeht und aus dem Gemetzel noch ein ziemlich geiles Riff macht. Und wer zuerst verloren wäre? Bei unserem Glück würden wir wohl alle gemeinsam bei der nächsten Naturkatastrophe draufgehen. Aber zusammen hätte das auch seinen Charme. Was fasziniert euch an einer dystopischen Welt und warum eignet sie sich so gut als Rahmen für eure Musik? Uns fasziniert vor allem die Vorstellung, was mit Menschen und Gesellschaft passiert, wenn die gewohnte Ordnung nicht mehr funktioniert. Eine Dystopie bietet dafür einen extremen Rahmen: Macht, Kontrolle, Zerstörung, Konflikte, aber auch Zusammenhalt und die Frage, wie weit Menschen gehen, wenn es um ihr eigenes Überleben geht. Wir wollen gar nicht möglichst düstere Zukunftsszenarien entwerfen, die Überzeichnung macht es interessant. Wir können reale Themen aufgreifen, sie aus ihrem Kontext lösen und in eine Welt versetzen, in der die Konsequenzen drastischer sichtbar werden. Diese Welt lässt musikalisch, textlich und visuell viel Raum: Ein Song kann brutal, atmosphärisch oder gesellschaftskritisch sein und trotzdem hineinpassen. Last but not least: Was steht nach dem Konzert an? Worauf dürfen sich Fans freuen? Stillstand ist nach dem Pro-Pain-Auftritt nicht geplant. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Arbeit an unserem neuen Album „Dystopia“. Parallel geht es live weiter: Noch im November spielen wir in Warschau, im Dezember in Oebisfelde und ab Januar stehen die nächsten Clubshows an. Gleichzeitig laufen die Planungen für die Festivalsaison 2027. Es gibt also genug zu tun! Jaquelin Ohk Foto Dark Glow Pics v.l.n.r.: Ronny, André, Sven, Thorben und Adrian KLANGFARBEN 12 2026 SUBWAY.DE

RkJQdWJsaXNoZXIy NDcxNDky