listen Mit „Für immer Frühling“ landete SOFFIE 2024 ziemlich unvermittelt einen viralen Hit, der zugleich zur Hymne vieler Demonstrationen gegen Rechts wurde. Nun soll daraus mehr werden als ein einmaliger Erfolg. Auf ihrem kommenden Album verbindet sie politische Haltung mit tanzbarem Pop, Indie-Einflüssen und einer gehörigen Portion Selbstironie. Die Single „Beiss mich fest“ gibt die Richtung vor: bunt, laut und bewusst ein bisschen drüber. Es geht um Selbstbestimmung, Erwartungen und den Mut, Raum einzunehmen. Das ist durchaus politisch, setzt aber eher auf Hoffnung und Humor als auf erhobene Zeigefinger. SOFFIE macht aus Eigenschaften wie „zu laut“ und „zu dramatisch“ kurzerhand ein Programm. Ein ziemlich sympathischer Gegenentwurf zum dauernden Krisenmodus. LW Kein Streit den man nicht lösen kann SOFFIE Genre Indie-Pop Release 23. Oktober 2026 Label Believe Fazit lebensfroh Genre Singer-Songwriter Release 23. Oktober 2026 Label Grönland Philipp Poisel war nie einer, der seine Gefühle besonders gut versteckt hat. Auch auf seinem fünften Album „Gute Zeiten“ geht es um Liebe, Verletzlichkeit und Erinnerungen, diesmal aber mit auffallend optimistischem Blick nach vorn. Viele der zwölf Songs entstanden auf Sizilien, und etwas von dieser Leichtigkeit hat es tatsächlich auf die Platte geschafft. „Schön“ fängt das Treiben italienischer Piazze ein, „Postkarte“ macht Fernweh und Bewegung zum Thema. Natürlich darf auch der Herzschmerz nicht fehlen: In „10m²“ erinnert sich Poisel an eine vergangene Liebe, während „Ruinen“ vom Weiterleben nach schmerzhaften Erfahrungen erzählt. Poisel bleibt also Poisel – nur klingt die Melancholie diesmal häufiger nach Aufbruch statt nach Weltuntergang. LW Philipp Poisel GUTE ZEITEN Fazit zuversichtlich 15 Foto Narayan Van Maele Christian Cohle mag es dunkel. Bereits auf „Holy Trouble“ und „WETLANDS“ hat der irische Musiker eine ziemlich eigene Welt zwischen elektronischem Pop und melancholischer Atmosphäre geschaffen. Auf seinem dritten Album „Queen of Ashes“ wird es nun direkter und rhythmischer. Nervöser Art-Rock trifft auf Synth-Pop und eine nächtliche Eleganz, bei der Einflüsse von Talking Heads, Future Islands und Roxy Music durchscheinen. Inhaltlich beschäftigt sich Cohle mit Liebe in ihren weniger angenehmen Ausprägungen: Besessenheit, Abhängigkeit und Beziehungen, die einen selbst dann noch verfolgen, wenn sie längst vorbei sein sollten. Mythologie, Rituale und Verfall liefern dafür die passenden Bilder. Trotz aller Düsternis wirkt „Queen of Ashes“ weniger nach innen gekehrt als der Vorgänger und erweitert Cohles Sound, ohne dessen Charakter zu verlieren. LW Queen of Ashes CHRISTIAN COHLE Genre Art-Pop Release 16. Oktober 2026 Label Independent Fazit abgründig
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