SUBWAY Dezember 2020

14 2020 SUBWAY.DE KLANGFARBEN FLOSS LIKE A BOSS Zwischen Eye-Candy und Beat-Krokant: Die Braunschweiger Newcomerin Floss bringt Abwechs- lung und Experimentierfreudigkeit in die deutsche Pop-Landschaft. S ind wir mal ehrlich: Es gibt Musik, die wir voller Stolz öffentlich hören und teilen, um zu präsentieren, wie erlesen doch unser exquisiter Musikgeschmack ist. Dann gibt es wiederum Songs, Interpreten und Playlists, denen man sich nur im geschützten Raum und im Spotify-Inkognito-Modus voller Leidenschaft hingibt, aus Angst, von der Gesellschaft für sei- ne musikalische Notgeilheit geächtet zu wer- den. Kommt der Genuss von Ariana Grande, Ed Sheeran und Harry Styles doch zu Tage, nennen wir es Guilty Pleasure. Lauschen wir Carly Rae Jepsens „Call Me Maybe“, dann natürlich nur auf ironische Art und Weise. Insbesondere Pop-Mu- sik wird von selbst ernannten Tonkunst-Connais- seurs mit jeder Pore verachtet – alles Plastik, künstlich, ausgelutscht und fad wie der Kau- gummi unter ihren Schuhsohlen. Trotzdemwip- pen auch sie mit dem Fuß, wenn Justin Bieber durchs Radio schallt. Befasst man sich jedoch mit der Geschichte populärer Musik, eröffnet sich ein multidimensionales Pop-Universum mit vielseitigen, talentierten Ikonen – von den Beat- les über David Bowie, Prince und Madonna bis zu Lady Gaga, Taylor Swift und Katy Perry. Auch hierzulande wurde erst kürzlich am wolkenlosen Nachthimmel ein Shooting-Star gesichtet – so schillernd, faszinierend und far- benfroh wie ein Kaleidoskop. Für die deutsche Pop-Landschaft ist die 29-jährige Sängerin Floss, bürgerlich Florentine Schlüter, das personifizier- te TikTok-Meme „Let me add a little bit of spice to that“. Mit talentiertem Songwriting, eingängi- gen Beats und knallbunten Visuals transportiert die gebürtige Braunschweigerin den glanzvol- len, facettenreichen US-Pop-Konsens über den Großen Teich in die Endgeräte unserer Wahl. Girlpower-Snack Während die erste Singleauskopplung „Floss Like A Boss“ aus der für 2021 angekündigten EP akustisch eine feministische Antwort auf Lil Waynes 2008 erschienenen Hit „Lollipop“

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