SUBWAY September 2021

KLANGFARBEN 2021 SUBWAY.DE 14 Foto Stefan Mueckner „BEI MEINER TOCHTER UND IN IHREM ALTER IST ES VÖLLIG EGAL, OB JEMAND WEIHNACHTEN FEIERT ODER OB IHR BESTER FREUND EINEN JUNGEN LIEBT – ALLES GANZ NORMAL“ da natürlich ganz viel Gegenwind, weil ganz viele Leute möchten, dass alle meine Alben so klingen wie „Taxi“ oder „Wartesaal“. Ich kann denen das aber nicht geben, weil ich Zeitgeist schon gut finde. Deswegen sind eigentlich alle Alben immer ganz schön – um es positiv auszudrücken – divers. Es kommt aber auch immer darauf an, mit welcher Person ich arbeite. Die Melancholie zieht sich wie ein roter Faden durch deine Musik. Wieso ist die Melancholie trotz der Trau- rigkeit so schön? Na, ich glaube, weil sie eben tief ist – also im besten Falle. Mich haben die melancholischen Sachen immer mehr getroffen. Die, die irgendwie noch einen Haken, noch einen Abschied oder nur irgendetwas Trauriges hatten. Das ist vielleicht der Grund, warum das da für mich immens Sinn macht. Und wenn man dann tief geht, dann merkt man schon: Ah, es gibt ganz schön viele Issues, es gibt ganz schön viele Unsicher- heiten, es gibt viel zu besprechen, total viele Sorgen und Abschiede, aber auch schöne Sachen. Und dann landet man irgendwie automatisch bei der großen Überschrift „Melancholie“. Auf dem Cover von „Sunnyside“ stehst du im Sonnen- blumenfeld, bei „Alles ist jetzt“ warst du auch in der Natur. Wieso stellst du dich so gerne ins Feld? Tja ... (lacht) Bei „Sunnyside“ war es so, dass ich mit meinem besten Freund Fotos gemacht habe an so einem Sonnenblumenfeld. Und nebenan war dann eben diese eine Blume, die du auf dem Cover unten siehst. Das ist so eine alte, kleine, verrottete Sonnen- blume, fast schon getrocknet und dann war der Him- mel gut und dann hat er einmal abgedrückt und das wars dann einfach. Manchmal ist es auch nicht mehr. Zu „Alles ist jetzt“ habe ich das Bild hier unten an der Elbe gemacht. Das ist ja eher so in der Art Hanffeld oder Schilf oder so. Ich finde Fotostudios echt scheiße, die nerven mich. Geschlossene Räume. Ich muss mich beim Fotos machen, weil ich das auch nicht so gern mache, immer bewegen und dann muss man eben gucken und vielleicht eher rausgehen. (lacht) „Sunnyside“ klingt für mich nach Spiegelei – was ist denn dein Lieblings-Ei? Gute Frage. Ich glaube, mein Lieblings-Ei ist das Omelett. Weil ins Omelett geht einfach alles, was so übrig ist. Das ist das Gute daran. Ich glaube, der Trick am Omelett ist, dass man es gut würzt und ein bisschen Parmesan hat. Dadurch, dass ich ja auch so eine heftige Türkei-Connection habe, habe ich irgend- wann angefangen, roten Chili zu sammeln. Das heißt, ich habe immer so ein paar coole Sachen da, das wäre dann zum Beispiel ein Omelett mit Chili und Koriander und ein bisschen Parmesan. Dann ist es eigentlich auch egal, was du da reinballerst. Ich kenne das auchmit Sucuk drin... Ja, kann man auch machen. Ist geil! Auf der Pressekonferenz im Staatstheater zum Gro- ßenHausBesuch wurde eine kleine Anekdote angeris- sen, als du schonmal dort gespielt hast  ... Ich habe damals im Staatstheater gespielt, ich erinne- re mich noch, auf einer Schlingensief-Veranstaltung, der ja seinerzeit an der HBK doziert hat, und ich hab da einen Abend mitgestaltet. Ich glaube, das ist schon zehn Jahre her. Ja, ich erinnere mich jetzt wieder – weil die Leute nämlich mehr wollten und wir auch Bock hatten. Ich glaube, ich war da nur mit meinem Pianisten und wir haben unendlich lang gespielt, bis die irgendwann gesagt haben, dass wir jetzt aufhören müssen. Ich glaube, es waren am Ende wirklich fast anderthalb Stunden und es waren nur fünf Minuten geplant. Ja, das war schön. Dann passt das ja perfekt im September ins Staats- theater Braunschweig. Wir freuen uns auf jeden Fall sehr, sehr doll darauf. Ey, und ich mich erst. Und meine Band auch. Irgend- wie mögen die es auch so gern in Braunschweig. Ich meine, wir haben die letzten Male immer im Raffteich gespielt, das war auch immer so bombenmäßig aus- verkauft und es war immer krass gutes Wetter. Jetzt waren nach der Konzertankündigung auch alle ganz schön aus demHäuschen! Das ist gut, ich freue mich! Hoffentlich sehen wir uns, dann essen wir ein Omelett mit Sucuk! Ich freumich drauf, danke fürs Interview! LouisaFerch TERMIN GroßerHausBesuch mit Bosse 28. und 29. September Staatstheater (BS) staatstheater-braunschweig.de

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