SUBWAY September 2021

33 (2) „DIE SAAT“ Von Braunschweig nach New York – das ge- lang der inzwischen 40-jährigen Regisseurin und Drehbuchautorin Mia Maariel Meyer, die in der Löwenstadt geboren ist und nach New York und London auszog, um Film und Dreh- buch zu studieren. Mit „Die Saat“ feierte sie bereits im Rahmen der Internationalen Film- festspiele Berlin Weltpremiere – nun kommt der Film auch in ihre Heimatstadt. Im Schwei- ße seines Angesichts schuftet Rainer als Bau- leiter auf einer Baustelle. Da die Mieten in der Stadt stetig steigen, ist der Familienvater mit seiner schwangeren Frau und seiner 13-jähri- gen Tochter Doreen in ein günstigeres Haus im Umland gezogen. Während Doreen von ihrer neuen Nachbarschaftsfreundin Mara zu bösen Streichen und Diebstahl animiert wird, muss Rainer zusehen, wie ihn der kühle Pragmatiker Jürgen auf der Baustelle ersetzt. Der Druck auf und in Rainer steigt ... „Die Saat“ handelt von einer durch Kapitalismus entmenschlichten Welt, in der der Kampf für Gerechtigkeit und Integrität zur emotionalen Zerreißprobe wird. (3) „HELLA & BERND“ Die Regisseurin Fitore Muzaqi ist in Braun- schweig kein unbeschriebenes Blatt: So stu- dierte die Kölnerin an der HBK Braunschweig im Master Communications Arts – Narrative Environments und präsentierte beim Braun- schweig International Film Festival das fünf- minütige Musikvideo „Adamantium“, das sie für die britische Band Drewxhill produzierte. 2021 ist sie mit ihrer Dokumentation „Hella & Bernd“ in der Heimspiel-Kategorie vertre- ten. Hella Sinnhuber ist Moderatorin, Bernd Casper ist Künstler. Gemeinsam verfolgen sie den Traum, einen 7000 Quadratmeter großen Skulpturenpark zu errichten, der den Menschen als Ort für Inspiration und Freiheit dienen soll. Obwohl Bernds linke Körperhälf- te seit 2014 stark gelähmt ist, kämpfen sie für ihre Visionen. Ein Film, der durch intime Ge- schichten rührt und die liebevolle wie auch komplizierte Beziehung zwischen Hella und Bernd beleuchtet. (4) „KOLLEGINNEN — DAS BÖSE KIND“ Im September vergangenen Jahres startete der Dreh für den neuen ZDF-Samstagskrimi „Kolleginnen –Das böse Kind“ unter der Regie von Vanessa Jopp. Die Verbindung in die Re- gion bezieht sich bei diesem Heimspiel-An- wärter jedoch nicht auf die Regisseurin, sondern auf den Darsteller Cino Djavid, der seit der Spielzeit 2017/18 zum festen Schau- spielensemble des Staatstheaters Braun- schweig gehört und aktuell in drei Produk- tionen mitspielt. Nun zählt er auch zum ZDF-Hauptcast des Ermittlungsteams rund um die Hauptkommissarin Irene Gaup und ihrer neuen Kollegin Julia Jungklausen, die in „Kolleginnen – Das böse Kind“ den Cold-Case eines vermissten Mädchens wieder aufrollen. (5) „TÜRKISCHE RIVIERA“ An der Hochschule für Bildende Künste Braun- schweig tummeln sich viele Talente. Dort stu- dierte auch die 32-jährige Regisseurin Senem Göçmen Medienwissenschaften im Bachelor, bevor sie sich dann 2012 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin einschrieb. Ihre Abschlussarbeit „Türkische Riviera“ läuft nun bei dem35. Braunschweig International FilmFestival. Der 54-minütige Dokumentarfilm beschäftigt sichmit Senems Suche nachHeimat und den Fra- gen: Wo gehörst du hin, in die Türkei oder nach Deutschland? Was bedeutet Heimat? Mit Inter- views ihrer Eltern und Großeltern führt uns die Regisseurin durch die Höhen und Tiefen dreier Generationen türkischer Gastarbeiter:innen in Deutschland, untermalt von Analog-, Homevi- deo- und Archivmaterial des Alltags in der Türkei. Ein filmisches Essay, bei dem nüchterne Reflekti- on auf poetische Collage trifft. Denise Rosenthal ( 3 ) ( 4 ) ( 5 ) TERMIN Braunschweig International Film Festival | 1. bis 7. November | diverse Orte (BS) filmfest-braunschweig.de

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