SUBWAY September 2021

32 2021 SUBWAY.DE FILMWELT VON, MIT, ÜBER FRAUEN Vorhang auf für das 35. Braunschweig International Film Festival , das vom 1. bis 7. November als hybrides Format an den Start geht. Wir geben euch eine Vorschau auf fünf der Heimspiel-Nominierten. P räsenzveranstaltung – ein Begriff, der vor der Corona-Pandemie in der Regel mit Schule und Universi- tät in Verbindung gebracht wurde. Doch nach etlichen Monaten des Kulturentzugs bekommt die Bezeichnung ein größeres, weitreichenderes Bedeutungsspektrum. Was früher eine Selbstverständlichkeit war, erfährt heute eine große Wertschät- zung. So unter anderem auch das Kino: Endlich wieder im bequem-gepolsterten Ki- nosessel sitzen, süß-knackiges Popcorn na- schen und gemeinsam mit Freunden und Fremden einen spannenden Film schauen. Kino lebt und das vor allem durch die Prä- senz seiner Besucher:innen. Umso schöner, dass das 35. Braunschweig International Film Festival in diesem Jahr vom 1. bis 7. November im hybriden Veran- staltungsformat glänzen kann. Nachdem sich das älteste Filmfestival Niedersachsens 2020 in rein digitalem Gewand samt eigens zuge- schnittener Streamingplattform zeigte, findet nun die 35. Ausgabe des Filmfests teils digital, teils analog statt. Als cineastischer Leuchtturm der Region präsentiert das Filmfest Braunschweig viel- seitige Wettbewerbskategorien, die in den heutigen Zeitgeist passen. So widmet sich der Green Horizons Award, gestiftet von der Oeding-Unternehmungsgruppe, dem Thema Nachhaltigkeit; Die Tilda ehrt filmschaffende Frauen und der Queere Filmpreis Niedersach- sens fördert die öffentliche Sichtbarkeit des les.bi.schwulen,trans*, inter und queeren Filmemachens. Seit acht Jahren ist auch die Filmreihe Heim- spiel eine feste Konstante des Braunschweig International Film Festivals. In der Kategorie werden filmische Werke mit regionalem Be- zug gezeigt und prämiert: Das können Regis- seur:innen, Schauspieler:innen, Komponist:in- nen aus der Region Süd-Ost-Niedersachsen sein oder aber auch Locations vom Harz bis zur Heide. Im vergangenen Jahr gewann Mar- cus Lenz mit seinem Drama „Rivale“, das teils in Braunschweig und teils in Kiew gedreht wurde, den Heimspiel-Preis, der von Volkswa- gen Financial Services gesponsert wird und mit 1000 Euro dotiert ist. Dass es zahlreiche weibliche Regisseurin- nen gibt, beweisen die diesjährigen Heim- spiel-Nominierten, von denen fünf Frauen sind. Wir werfen einen Blick auf diese fünf für den Wettbewerb nominierten Filme. (1) „DAS MÄDCHEN MIT DEN GOLDENEN HÄNDEN“ In ihrem Regiedebüt „Das Mädchen mit den goldenen Händen“ widmet sich die gebürti- ge Gifhornerin und Schauspielerin Katharina Marie Schubert der transparenten Mauer, die den Osten und Westen Deutschlands auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung trennt. Gesellschaftliche Probleme spiegelt sie auf raffinierte Weise in Familienstrukturen, denn der klassische Konflikt zwischen den Genera- tionen wird durch den Konflikt zweier Syste- me undWeltanschauungen verschärft: An ih- rem 60. Geburtstag erfährt Gudrun, dass das Kinderheim aus DDR-Zeiten, in dem sie selbst elternlos aufgewachsen ist, zu einem Hotel ausgebaut werden soll. Gudrun setzt alles daran, das Kinderheim als Gemeindezentrum zu erhalten. Währenddessen macht sich ihre Tochter auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater sowie einer Erklärung für die unnach- giebige Härte ihrer Mutter. ( 1 ) ( 2 ) Fotos 2021 Wild Bunch, kurhaus production, Fitore Muzaqui, REAL FILM Berlin GmbH, Senem Göçmen F I L M F E S T ' 2 1

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